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Sonntag, 27. April 2014

ZDF Zeit "Das Duell": Werbung für H&M und C&A zur besten Sendezeit und warum faire Kleidung "hip" sein muss.

Vor kurzem lief im ZDF eine 45 minütige Sendung zur besten Sendezeit. Thema: "Das Duell" zwischen H&M und C&A. Die Kurzfassung davon: Eine durch unsere Gebühren finanzierte Werbesendung für beide Konzerne. Inkl. Schaulaufen mit der besten Mode für den jeweiligen Typ mit kritischen Themen wie " Wer hat die bessere Nase für die Mode der nächsten Saison?"

Ich habe mir die Sendung noch einmal genau angesehen, weil mich ein angesprochener Aspekt besonders interessiert hat. Und zwar wurde zum Ende der Sendung noch kurz die "Fairness" in der Produktion in beiden Unternehmen angesprochen. Die Fernsehkritik von FR online sagt dazu: "Unter welch unmenschlichen Bedingungen dort genäht und produziert wird, das sollte man inzwischen wissen, auch wenn es niemand so genau wissen möchte. ZDFzeit geht nur kurz darauf ein und das ist der größte Schwachpunkt dieser Sendung". Auch die Welt kommt zur Einschätzung: "Das Urteil des ZDF: Kein Punkt in puncto Nachhaltigkeit für H&M und C&A. Unser Urteil: Auch kein Punkt für das ZDF in Sachen Berichterstattung über die Nachhaltigkeit in der Textilproduktion. Denn ein so komplexes Problem kann man angemessen nicht derart knapp abhandeln, selbst wenn ein paar Minuten nach TV-Maßstäben eine kleine Ewigkeit sein mögen. Die Autoren der Sendung hatten offenbar das Gefühl, das heikle Thema noch irgendwo unterbringen zu müssen. Schwierig, mag sein. Aber so hat es wenig gebracht."

Ein Armutszeugnis diese "Berichterstattung", keine Frage. Vor allem, wenn man bedenkt dass kritische Berichte über die prekären Bedingungen in der Textilproduktion sonst meist auf irgendwelchen Spartensendern um 12 Uhr abends herum laufen.
Das wenig erstaunliche Ergebnis des Vergleichs war dann auf jeden Fall: Was die widerlichen Produktionsbedingungen anging, gab es bei diesem Vergleich nur Verlierer. Zwei Aussagen stachen aber hervor. Zum einem ein vermutlich extrem verkürztes Interview mit einer Näherin in Bangladesh, deren Aussage in den Vordergrund gerückt wurde, dass sie ohne die Textilindustrie ja gar keine Arbeitsplätze hätten und - meiner Meinung nach noch schlimmer - die Behauptung, es gäbe ja keine Alternativen.

Ist das denn so? Natürlich gibt es echte Alternativen im Bereich der Textilindustrie. Und dabei spreche ich nicht von verlogenem Greenwashing wie z.B. der "Conscious Collection" oder ähnlichem.
Nein, es gibt wirklich nachhaltige Marken und Siegel und diese haben meiner Meinung nach die besten Voraussetzungen um bekannt und verbreitet zu werden.
Fragen wir uns mal, warum Marken wie Hollister und Abercrombie & Fitch so erfolgreich sind und warum dieser Erfolg derzeit wieder abnimmt. Es geht um die Ausstrahlung.
1) Teuer. Der Preis dieser Marken wurde bewusst weit oben gehalten, damit man durch das Tragen eben die Message setzen kann - mir ist Mode wichtig, ich kann mir das leisten. Wir leben eben leider in einer ekelhaften Konsumgesellschaft und wer seinen Wohlstand so zeigen kann zeigt damit seinen gesellschaftlichen Status.
2) Künstliche Verknappung. Anfangs gab es nur sehr sehr wenige Geschäfte und das hatte einen zusätzlichen Anreiz, weil die Leute im Urlaub in internationalen Großstädten oder noch früher beim Besuch in den USA an diese Kleidungsstücke gekommen sind. Etwas, das künstlich knapp gehalten wird gilt eben noch als begehrter, wer es besitzt strahlt wieder die Zugehörigkeit zu einer kleinen, elitären Gruppe aus. Man zeigt, dass man viel Einsatz zeigen musste, um an diese begehrte Ware zu kommen.
3) Auffällige, Große Logos. Understatement war gestern. Um den Effekt der oberen beiden Punkte zu verstärken, bestand das einzige sichtbare modische Statement in dem großen Logo.

Verrückt, dass das Konzept so enorm gut funktioniert hat, aber inzwischen - da sehr sehr viele Leute mit dieser Kleidung gut sichtbar für alle herumlaufen, geht das Interesse auch wieder zurück. Die Marken haben ihre Exklusivität verloren, weil man sie überall sieht und es in praktisch jeder größeren Stadt einen "Store" gibt. Zusätzlich sind sie jetzt auch günstiger als am Anfang.
Ehrlich gesagt ist mir das wohlergehen dieser Modemarken völlig auch egal. Ich finde es schlimm, dass Menschen so viel Geld in so furchtbar produzierte Ware investieren und generell so viel konsumieren, aber sein wir ehrlich, was Nachhaltigkeit und Soziales angeht gibt es zwischen diesen Reichen-Labels und dem Angebot von Primark, C&A, H&M und Konsorten eben keinen Unterschied.

Zu diesem Zeitpunkt, wo diese Marken (A&F, Hollister) jetzt aber ihren Zenit überschritten haben, könnte die Zeit für faire Mode gekommen sein. Die Vorraussetzungen stehen denkbar gut.
Kurzum - es geht darum, den Erfolg von Ben & Jerrys Eiscreme ,weitgehend nachhaltig produziertem (Schokoladen)eis, auf die Modeindustrie umzumünzen.
Fairtrade Kleidung hat auch schon lange das "Jutesack-Image" verloren und was modisches Aussehen angeht, wird man Fairtrade Kleidung von den aktuellen Modetrends nicht unterscheiden können. Viele Punkte, die den Erfolg von A&F und Hollister künstlich herbeigeführt haben, sind bei Fairtrade Kleidung von vorneherein gegeben.

Fair Trade Kleidung ist eben teurer als konventionelle Kleidung und dieses höhere Preislevel ist beständig, da durch Rationalisierung in Produktion und Lieferketten die Einsparpotenziale nicht so hoch sind wie bei konventioneller Kleidung. Auch durch die Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit, Ökologie und Fairem Handel wird das Preislevel dauerhaft über dem der billig Marken liegen.
Tatsächlich sind die Preise aber auch nicht unerschwinglich hoch. 30 € für ein modisches T-Shirt, 60 - 100 € für Pullover und Jacken. Das sind bestimmt keine Schnäppchen, aber angemessene Preise und hoch genug, dass sie einem modebewussten Klientel erstrebenswert erscheint um sich von der Masse abzuheben.

Die Knappheit ist sogar deutlich ausgeprägter als bei konventionellen Labels, da selbst im Erfolgsfall die Kapazitäten nicht beliebig erhöht werden können. Bio-Baumwolle und Fabriken mit fairen Bedingungen lassen sich nicht in kürzester Zeit aus dem nichts schaffen. Das Angebot ist derzeit begrenzt und auch die Verkaufsflächen sind äußerst begrenzt.
Vertreter solch modischer Fairtrade Kleidung, die wirklich hält, was sie verspricht, sind zum Beispiel die Concept Stores von Glore in Hamburg (passenderweise im Schanzenviertel) und Native Souls in Essen und Bochum. Beide inzwischen zwar mit Online Shops, aber es ist eben verhältnismäßig schwierig, an diese Kleidungsstücke heranzukommen, was sie wiederum attraktiv für potenzielle Käufer macht.

Zusätzlich zeigt der Käufer mit dem offenen Tragen von fairen Kleidungsstücken, dass er sich Gedanken darum macht, was er trägt und sich damit von der Masse abhebt. Ein echtes Modestatement also.

Den letzten Punkt auf meiner Liste, nämlich die Ausstrahlung durch große Logos und Schriftzüge - sozusagen der Litfasssäulen-Effekt für den Träger, haben zwei Marken gezielt aufgegriffen (Beispiel). Diese zeichnen sich beide durch echte Nachhaltigkeit in der Produktion aus und dass sie Selbstvermarktung durch die obigen Punkte begriffen haben. Armed Angels und Knowledge Cotton Apparel. Beide gibt es auch in den oben genannten Läden.
Ihr könnt dafür auch was tun. Werdet Litfaßsäulen für die gute Sache!

Aber ist das nicht irgendwie eklig, Hipster anzusprechen um Erfolg zu haben?
Nun mal ganz selbstkritisch - die Überschneidungen von Hipstern und Lohas sind wahrscheinlich fließend. Worum es letztlich geht ist Bewusstsein in der breiten Gesellschaft für das Thema zu schaffen. Etwas, das ZDFzeit mit ihrer Sendung ganz sicher nicht geschafft haben. Idealerweise wird darüber Druck auf den Rest der Kleidungsindustrie ausgeübt, Ideale umzusetzen, die die fairen Marken jetzt schon vertreten. Dann hätten letztlich alle gewonnen.

Sonntag, 23. Februar 2014

Einfache, kleine Schritte zu mehr Nachhaltigkeit

chtsEinzelne kann sowieso nichts bewirken; Wenn dann müssten es ja alle machen; Das klappt niemals; Das ist viel zu aufwändig für mich; etc. etc.

Ok, diese Punkte hört man so ziemlich jedes Mal, wenn man über soziale Ideen, Produkte etc. spricht. Das schönste daran ist, dass alle diese Punkte nicht stimmen. Ich habe vor einigen Monaten angefangen darüber nachzudenken, wie ich mein Leben so ausrichten kann, dass ich am Ende des Monats durch meinen Konsum weniger Schaden ausrichte und im Idealfall sozusagen einen Karma-Überschuss habe.
Was mir dabei klar geworden ist: Es gibt einen Haufen Projekte, die man ohne viel Aufwand unterstützen kann. Bei diesen ist es gar nicht nötig jeden einzelnen auf der Welt oder gar einen Großteil von der Sinnhaftigkeit zu überzeugen. Es reicht, wenn diese Projekte genug Unterstützer finden um weiterzuarbeiten, langsam zu expandieren und dann langsam die Wirtschaft und Gesellschaft von innen heraus verändern.
Beispiel gefällig? Kuckt euch mal nach Schokolade in Großbritannien um. Dort ist inzwischen ein Großteil der Schokolade Fair Trade. Sogar KitKat von Nestlé und andere großen Marken, die hierzulande nur social Greenwashing betrieben beziehen ihre Schokolade nach FairTrade Standards.

Es gibt also jede Menge soziale, ökologische und sonst wichtige Initiativen und Produkte, die jeder ohne viel mehr Geld auszugeben und Zeit zu investieren, unterstützen kann. Manchmal sind diese Produkte nur etwas besser als ihre konventionellen Gegenstücke. Wichtig ist für mich, dass sie eine echte Alternative darstellen. Produkte also schmecken und preislich im Rahmen bleiben. Wichtig ist für mich auch, niemanden auszuschließen. Klar - vegan oder mindestens vegetarisch wäre absolut optimal. Ist das jetzt insgesamt betrachtet realistisch? Weniger Fleisch und echtes Biofleisch wären schon mal ein großer Fortschritt.

Kuckt euch einen Bereich pro Tag / Woche / Monat an und meine Vorschläge dazu, was man dort machen kann. Oder probiert etwas ganz anderes aus und lasst es mich wissen. Ein Bereich passt euch so gar nicht? Dann überspringt den einfach. Auch auf eure anderen Vorschläge bin ich sehr gespannt. Ich will ja auch noch besser werden.

1) Schokolade (Fair Trade)
Was an konventionell produzierter Schokolade sehr problematisch ist in diesen älteren Beiträgen: 1 2 3

2) Energieversorger
Wechselt von eurem Strom- und Gasversorger doch zu einer echten Ökologischen Alternative (und lasst euch dabei von den Greenwashing Angeboten der Großen nicht verwirren). Effektiv kostet das nur wenige Euro mehr pro Jahr.
  • Meine Empfehlung für Strom (und Gasanbieter): Polarstern Energie. Begründung (TL / DR: Echtes CO2 neutraler Strom und Gas, kein konventionelles Mischgas, sinnvolle Erzeugungspraktiken, Pluspunkt Entwicklungshilfe)

3) Fleischkonsum
Einstieg ins Thema. Infoseite und Vorschläge für privaten Konsum des WWF. Fleischatlas der Heinrich-Böll-Stiftung. Dokumentation "Nie wieder Fleisch" (Arte 2012)
  • Meine Empfehlung: Unter der Woche vegetarisch ernähren (vor Allem in Kantinen und beim Weggehen ist das aufgrund der vielen vegetarischen Alternativen kein Problem mehr). Fleisch beim Bio Metzger kaufen (dadurch hat man dann über die Woche gesehen sogar Geld gespart + Das Fleisch schmeckt deutlich besser). Wenn möglich Haltungsbedingungen vor Ort ankucken (Bio Metzger kennen die Erzeuger meistens).
    Bis vor wenigen Jahren gab es Fleisch auch nur einmal die Woche. Das hat damals auch niemanden geschadet und man weiß das Fleisch das man ist deutlich mehr zu schätzen, als wenn man am Tag 2-3 mal fleischhaltig ist.
4) Fischkonsum

5) Getränke

6) Kleidung
Einstieg ins Thema | umfassenderer Text
Meine Empfehlung: Generell weniger kaufen. Dafür Alternative Läden nutzen (oder gleich den Second Hand Shop, wer sich das nicht leisten kann?). Die Fair Trade Kleidung ist raus aus der "Schmuddelecke". Vernünftig produzierte Kleidung sieht genauso modisch aus, wie von großen Marken und kostet ähnlich viel wie im sonstigen Premium Segment. Die Lieblingsmarke meiner Freundin ist z.B. "Armed Angels"

7) Elektronik
Einstieg ins Thema s.a.: Blogroll, FiFF

8) Online Marktplatz (Alternative zu Amazon)
  • Meine Empfehlung: Fairnopoly. Online Marktplatz mit Spendenanteil als transparente Genossenschaft, Dort kann man z.B. auch Gesellschafter werden um das Projekt zu unterstützen. Ihr sucht ein Buch? Kuckt erst bei Fairnopoly und kauft es falls es dort nicht verfügbar ist, über die Referral Partner. Preislich tut sich das auch zu den Marktführern nichts und mit der Provision des Verkaufs unterstützt ihr das Projekt. Inzwischen gibt es auch viele Produkte aus anderen Bereichen, so dass es sich generell lohnt, dort als erstes nachzukucken.
  • Weitere Portale und Suchmaschinen: WeGreenAvocadostoreFroschking
9) Grüne und soziale Banken
Was passiert eigentlich mit dem Geld, das man auf dem Konto hat? Selbst bei Volksbanken und Sparkassen (ich berichtete) muss man oft leider sagen: Nichts gutes. Wer Kontrolle darüber haben will, wo dieses Geld investiert wird und darüber hinaus damit grüne und soziale Projekte unterstützen möchte, sollte sich nach alternativen Banken umsehen. Einstieg ins Thema auf UtopiaAusführliche Darstellung, wie Finanzdiensttleister wie Deutsche Bank, Commerzbank, Blackrock etc. ihr Geld mit verschiedenen Menschenrechtsverletzungen, Krieg und ökologischen Katastrophen verdienen.
10) Nachhaltigkeitsapps für Smartphones
11) Während dem Browsen Gutes tun
  • Als Suchmaschinenersatz für Google: Mit der Nutzung von Ecosia unterstützt man automatisch Aufforstungsprogramme. So wurden schon über 2 Millionen Bäume gepflanzt. Besonders wertvoll sind Klicks, die auf eingeblendete Werbung bei der Suche gemacht werden.
12) Kleiner Themenschwenk: Datenschutz

Werde den Beitrag sukzessive die nächsten Tage / Wochen erweitern und bin wie gesagt über Vorschläge dankbar!
Utopia hatte vor einer Weile auch mal einen Beitrag über 13 kritische Produkte und Alternativen.

Sonntag, 14. April 2013

Der richtige und nachhaltige Stromanbieter + Gasanbieter (oder wie man ein Jahr Strom für umsonst bekommt): Polarstern Energie

Noch so ein Thema, über das ich schon lange schreiben wollte. Vor ein paar Monaten habe ich mich wegen Umzugs für einen Stromanbieter entscheiden müssen. Mir war klar: Da ich schon beim Einkaufen im Laden jeden Monat ein paar Euros mehr für Fair-Trade und Bio-Artikel ausgebe, darf ich dann auch beim Strom (wo es eigentlich so wichtig ist) nicht sparen. Zudem wollte ich mich bei den Stromnachzahlungen nicht mehr so ärgern, sondern dabei zumindest das Gefühl haben, dass dieses Geld wenigstens in eine gute Sache investiert wird.
Zuerst habe ich mir die üblichen verdächtigen (Lichtblick, Greenpeace Energy etc.) angekuckt. Da  sah alles soweit ganz gut aus. Regenerative Energien verkaufen die Alle. Der Preis ist zwar deutlich höher als bei den konventionellen Mitbewerbern aber das wusste ich ja auch schon vorher.
Was mich dann etwas traf (ich habe ja auch einen neuen Gasanbieter gebraucht) war, dass z.B. der so korrekte Anbieter Lichtblick zum Beispiel nur Naturgasbeimischungen anbietet. Und das auch nur in Beimengen von knapp 10 %. Ist das tatsächlich besser, als was die großen Firmen anbieten?

Zufällig bin ich auf eine Alternative gestoßen. Das war wirklich reiner Zufall, denn auf den Nachhaltigkeitsportalen, die von den Großen der Nachhaltigen Energiebranche betrieben werden, wird über diese Alternative nicht viel berichtet. Das hat wohl den Grund, dass diese Lobby für sich etwas gegen Konkurrenz hat - was bei mir gleich mal einen faden Beigeschmack hinterlassen hat. Vor allem da die Konkurenz scheinbar die bessere Produkte anbietet. Die TAZ hat das Thema mal aufgearbeitet.
Vll. bei der Gelegenheit gleich mal bei der TAZ sich mit einer kleinen Spende in Höhe von 50 Cent oder einem Euro für den Artikel bedanken! Guter Journalismus sollte unterstützt werden!

Ok ok - ich komm zum Punkt: Ich entschied mich also für Polarstern Energie. Ausschlaggebend war dabei für mich vor allem, dass der Strom und das Gas tatsächlich nachhaltig produziert wird und keine Mogelpackung ist, wie das bei einigen anderen Anbietern der Fall ist. Der Strom kommt aus österreichischen Kleinwasserkraftwerken. Das Gas aus Resten einer Zuckerrübenfabrik, die sonst einfach weggeschmissen worden wären. Beim Gas ist das daher wichtig, da dadurch nicht riesige Anbauflächen für Mais etc. gefördert werden, die dann noch die Lebensmittelpreise explodieren lassen und insgesamt wenig nachhaltig sind. Im Prinzip ist das Gas bei Polarstern Energie also gleich doppelt nachhaltig.
Dazu (und das finde ich einmal noch positiver), werden für jeden Vertrag (bei mir laufen ja zwei) Familien in Kambodscha unterstützt selbst Strom zu produzieren, was nicht nur sinnvolle Entwicklungshilfe ist, sondern auch für die Umwelt eine großartige Sache. Die Gründer von Polarstrom sind auch sehr nett und haben sich letztens mit einer - tatsächlich - handgeschriebenen Karte für meine Treue bedankt. Mal ehrlich, bei welchem Stromanbieter bekommt ihr das schon? Wer will kann sie auch in der Zentrale in München besuchen. Die Preise sind übrigens niedriger als bei den meisten Großen Nachhaltigkeitsenergie Lieferanten.

Der Wechsel lohnt sich also auf jeden Fall. Jetzt haben die momentan auch eine Aktion laufen, wo man ein Jahr Strom für umsonst gewinnen kann. Wenn ihr mitmachen wollt (dabei würdet ihr gleichzeitig meine Chancen erhöhen, wenn ihr dem Link folgt) dann klickt hier. Wenn ihr einfach nur zur Aktion wollt, klickt hier. Nicht vergessen die Facebook Seite zu liken. Immer sehr interessante Beiträge.

Wollt ihr noch zu Polarstrom wechseln? Ja? Super!
Dann schreibt mir doch eine Email an ordinaryguy@live.de und ich empfehle euch als Kunde weiter und wähle als Prämie die 40 € Spende an Kambodscha aus. Versprochen - ihr kriegt die Bestätigung!

Samstag, 18. August 2012

Fair Trade Nutella Alternative

Trotz des guten Wetters möchte ich über ein Thema schreiben, dass mich jetzt schon ne ganze Weile beschäftigt hat:

Eine Fairtrade (Bio) Alternative zu Nutella.

Warum das Ganze? Der Kakaoanbau in der dritten Welt ist eine ziemlich eklige und ausbeuterische Angelegenheit. Kinder- und Sklavenarbeit, Massenarmut, mieseste Arbeitsbedingungen und Umweltzerstörung,...  Nur falls man sich fragt, warum die Tafel Schokolade nicht mal einen Euro kostet etc.
Mit das allerschlimmste ist, das die großen Firmen in dem Gescheaft da alle mitmachen.

Für gute Schokoladentafeln und Trinkschokoladen gibt es gute Fair-Trade Alternativen (Zotter und Co), aber trotz intensiver Suche bei den einschlägigen Ketten (Denn's, Alnatura,...) habe ich bis vor Kurzem lediglich als "biologisch angebaut" zertifizierte Produkte gefunden, aber keine Fair-Trade-Produkte, obwohl das in dem Bereich ja wichtig wäre.
Geschmacklich übrigens allesamt keine Alternativen zu Nutella.

Zumindest Fairtrade aber nicht so lecker fand ich die "enerBiO Bio Nuss-Nougat-Creme" und "enerBiO Bio Zart-Bitter-Creme" bei Rossmann (Letztere auch vegan). Vorsicht: Palmöl/Palmfett (siehe unten)

Eine echte geschmackliche Alternative zu Nutella hat aber (unerwarteterweise) Rewe im Angebot:
Die "REWE Bio Nuss-Nugat-Creme" (Fairtrade Code)
Geschmacklich (bestätigt von meiner Freundin und inzwischen einem ganzen Haufen an Leuten, die ich ahbe probieren lassen) mindestens ebenbürtig zu Nutella und mit einem viel besseren Gewissen beim Essen verbunden. Unbedingt probieren!

Mit 2,99 € für das Glas (400 Gramm) spielt sie auch im ähnlichen Preisbereich wie Nutella...
Das Thema Palmöl muss man dennoch kurz ansprechen, da es in der Vergangenheit für große Diskussionen gesorgt hat. (Hier eine ausführliche Beschreibung des Themas)
Als Inhaltsstoffe werden auf der Verpackung "pflanzliche Öle" aus kontrolliert biologischem Anbau genannt.

Eine Nachfrage von mir beim Kundenservice ergab
: Das sind Raps- und Palmöl.
Zum Palmöl hat REWE folgende Informationsseite über deren Leitlinie online: http://www.rewe-group.com/nachhaltigkeit/publikationen/leitlinie-fuer-nachhaltiges-wirtschaften/leitline-fuer-palmoel/. Diese gilt aber nicht" Sofern Bio-Eigenmarkenprodukte mit  Palmöl aus biologischem Anbau hergestellt werden". Da bin ich nun also auch nicht viel schlauer als vorher. Vielleicht kann jemand das noch einmal ausführlich recherchieren.

Weitere Alternativen:
  1. Eine weitere Bio und Fairtrade Alternative zu Nutella hat "Direkte Aktion" entdeckt: Bio Cocoba die hab ich persönlich aber noch nirgendwo entdeckt.
    Negativ dabei: Wieder die Verwenndung von Bio-Palmöl
  2. Bei EDEKA habe ich letztens auch einen Bio-Fairtrade Aufstrich entdeckt: Brinkers - It's my life. Update zur geschmacklichen Qualität gibt's in Kürze... 
  3. Utopia.de empfiehlt Nocciolata. Grund: Bio und Sonnenblumenöl statt Palmöl. Ich fand das geschmacklich nicht so besonders (wenn auch nicht schlecht). Gestört hat mich, dass es nicht Fair Trade ist und der Hersteller und Händler mir bisher nicht mehr zu den Arbeitsbedingungen und eventueller Kinderarbeit in der Produktion sagen konnte. Nocciolata gibt es u.a. hier zu kaufen.
Anhang:
  • 45.000 Gründe für Fairtrade Schokolade: